KARRIERE TIPPS
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6 Maßnahmen bei eigenen Fehlentscheidungen
Der Umgang mit eigenen Fehlern gehört zu den sensibelsten
Führungsaufgaben. In vielen Unternehmen fehlt eine offene
Fehlerkultur. Führungsqualität und Vorbildfunktion werden von
Ihnen als Führungskraft gleichermaßen gefordert. Lernen Sie
aus dem Umgang mit Fehlern, die Sie selbst zu verantworten haben,
positive Impulse für die Zukunft ableiten und auf diese Weise das
Vertrauen Ihres Vorgesetzten sowie Ihrer Mitarbeiter in Sie weiter
festigen.
Erkennen Sie Fehler als Teil Ihres Arbeitsalltags an, "Wer nichts
falsch machen will, wird nicht alles richtig machen", schrieb im
vergangenen Jahrhundert der deutsche Publizist Franz Luwein. Er
umschrieb damit einen Tatbestand, an dem keine Führungskraft
vorbeikommt: Wo gearbeitet wird, werden auch Fehler gemacht. Generell
lassen sich Fehler auf Grund ihrer Auswirkungen in 3 verschiedene
Gruppen unterteilen:
- Serienfehler: Bei einem immer wiederkehrenden Prozess tritt jeweils der gleiche Fehler auf.
Beispiel: Auf Grund eines Programmierfehlers in einer Software werden Gebühren und Erstattungen falsch berechnet. - Fehler
mit weitreichenden Folgen: Bereits in der Planung von Abläufen,
Vorhaben und Projekten entstehen Fehler, die gravierende Auswirkungen
auf die Durchführung und das Ergebnis haben.
Beispiel: Eine Ausschreibung muss aufgehoben werden, weil sie ungenau formuliert war. - Fatale
Einzelfehler: Schicksalhaft sind Fehler, die einzelne Mitarbeiter
verursachen und wodurch schlagartig das gesamte Unternehmen
gefährdet wird.
Beispiel: Ein Mitarbeiter gibt der Presse eine falsche Information. Die Geschäftsleitung muss dementieren.
So gehen Sie mit eigenen Fehlentscheidungen umNiemand ist gegen Fehlentscheidungen gefeit auch Sie nicht.
Sicherlich wäre es in einer solchen Situation nahe liegend, die
Fehlentscheidungzu verheimlichen, ohne Rücksicht auf die Folgen
durchzuziehen schließlich sind Sie ja der Vorgesetzte
oder später andere dafür verantwortlich zu machen. Vielleicht
werden Sie das ein oder andere Mal mit einem solchen Verhalten
durchkommen. Wenn Sie für sich aber keine Lehren daraus ziehen,
kann sich der Fehler schnell wiederholen, außerdem wird sich Ihr
Schutzverhalten irgendwann negativ auf Ihre Führungskompetenz
auswirken. Hier ist umsichtiges Handeln gefragt:
- 1. Schritt: Leiten Sie umgehend Ihr Fehlermanagement ein
Nach Bekanntwerden eines Fehlers sind unterschiedliche Reaktionen des
Umfelds von Anteilnahme über Mitleid bis hin zu Tadel und
Häme unvermeidlich. Wie Ihr Umfeld reagiert, sagt viel
über die Kultur in Ihrem unternehmen aus. Auf jeden Fall wird man
von Ihnen mit Recht erwarten, dass Sie sich zu Ihrer Fehlentscheidung
bekennen, selbst aktiv werden, um die Auswirkungen zu minimieren, und
zukünftige Auftreten von Fehlern vermeiden.
- 2. Schritt: Analysieren
Sie möglichen Folgen der Fehlentscheidung Sobald Sie Ihre
Fehlentscheidung als solche erkannt haben, sollten Sie
unverzüglich eine sorgfältige Analyse der Auswirkungen
vornehmen. Dies ist bereits die 1. Bewährungsprobe für Sie
als Führungskraft. Denn nur Sie verfügen in der Regel
über den erforderlichen Überblick, um aus einer 1. Analyse
die notwendigen Sofortmaßnahmen und weitere Schritte abzuleiten.
Fragen Sie hierfür sich und alle betroffenen Mitarbeiter:
Was
ist genau schief gelaufen? Welche Bereiche sind von dem Fehler
betroffen? Wer muss umgehend nach Erkennen des Fehlers in Kenntnis
gesetzt werden? Welche sofortigen Korrekturmaßnahmen sind
erforderlich? - 3. Schritt: Agieren Sie offen
gegenüber Ihrem Vorgesetzten Ihr Vorgesetzter muss völlige
Klarheit über Ausmaß, Folgen und Ursachen eines Fehlers
haben. Informieren Sie ihn daher umgehend, sobald Sie den Status quo
Ihrer Fehlentscheidung ermittelt haben. Unterbreiten Sie ihm zugleich
erste Vorschläge, wie Sie die Folgen beseitigen und / oder
zukünftige Fehler vermeiden wollen. Nur so können Sie das
Vertrauen Ihres Vorgesetzten in Ihre Führungskompetenz
zurückgewinnen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite über Entschuldigungen und persönliche Lehren!
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